Von Beruf bin ich Pastor und arbeite derzeit auf dem Gemeindebezirk Nagold. Im Nebenamt bin ich der Sekretär für Männerarbeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Süddeutschland (Süddeutsche Jährliche Konferenz).

Kommt man darauf zu sprechen, dass man sich in der „Männerarbeit engagiert“, erntet man – oft auch von Geschlechtsgenossen – ein mildes Lächeln. Ist das nötig?, so wird gefragt.

Ja, es ist nötig, finde ich. Denn Männer haben Nachholbedarf in Sachen „Nabelschau“. Sie müssen noch stärker lernen, sich mit ihrem Mannsein zu beschäftigen: ihren Gefühlen, ihrem Lebensentwurf, ihren Rollen und den an sie herangetragenen Erwartungen. Auch die Frage, ob es einen besonderen männlichen Zugang zum Glauben an Jesus Christus gibt, gehört dazu. Die Frage, ob es eine „männergerechte Theologie“ in einer paradoxerweise von Männern dominierten Theologie gibt, geben kann und sollte, interessiert mich sehr.